Lufthansa rückverstaatlichen und unter die Kontrolle der Belegschaft!

Die Lufthansa wurde von der aufziehenden Wirtschaftskrise hart getroffen. Bis zu 90% der Flugzeuge mussten stillgelegt werden und der Börsenwert des Unternehmens ist um beinahe 10 Milliarden Euro gesunken. Es wurde von drohendem Stellenabbau geredet. Am 25.06. wurde auf einer Aktionärsversammlung ein Hilfspaket der Bundesregierung von 9 Milliarden Euro angenommen.

Doch wird das den von Kurzarbeit und drohender Kündigung betroffenen Kollegen und Kolleginnen helfen?

Ein „Rettungspaket“ für die Aktionäre, nicht die Beschäftigten!

Im Vorfeld ist vor allem der Name des Anteilseigners Heinz Hermann Thiele durch die Medien gegangen, der seine Zustimmung zu dem Rettungspaket lange hinausgezögert hat.

Dieser Parasit, der seine Chance auf Profit dort sieht, wo die Beschäftigten nur Sorgen um ihre Arbeitsplätze kennen, hat den niedrigen Aktienkurs von Lufthansa genutzt, um seinen Anteil von 5 auf 15% zu steigern und sich einen Platz am Verhandlungstisch zu ergattern. So hat er sichergestellt, dass massive Personaleinsparungen auf dem Plan bleiben und die Bundesregierung ihre Beteiligung an Lufthansa bei 20% belässt und sich nicht ins operative Geschäft einmischt. Und das bei einem Rettungspaket, dessen Summe von 9 Milliarden Euro für einen kompletten Rückkauf ausgereicht hätte!

So viel zum unternehmerischen Risiko, mit dem Spekulanten wie Thiele ihre obszönen Vermögen rechtfertigen. Es ist wie immer: Erst werden einst staatliche Unternehmen wie Lufthansa zu günstigen Konditionen privatisiert, dann werden die Verluste in Krisenzeiten vergesellschaftet und auf die Beschäftigten abgewälzt! Beim nächsten Mal kann die Bundesregierung das Geld direkt an die Aktionäre überweisen!

UFO und Co.: Krumme Absprachen statt eines offensiven Kampfes!

Im Vorfeld haben die Gewerkschaften UFO und ver.di bundesweit zu Kundgebungen unter dem Slogan „Ja zum Rettungspaket“ aufgerufen. Es ist richtig, unser Interesse an dem Erhalt der Arbeitsplätze in der Luftfahrt zu betonen. Aber nicht nur, dass die Gewerkschaftsführungen das Kampfpotenzial der verzweifelten Kollegen geschwächt haben, indem sie vereinzelt mobilisiert haben, anstatt eine bundesweite Kampagne aller Teilbereiche zu organisieren; sie haben nicht einmal gefragt, um was für ein Rettungspaket in welchem Interesse es sich denn handelt.

Sie sind bei leeren Apellen stehen geblieben, die „Familie Lufthansa“ durch die staatliche Beteiligung zu retten. Als hätten die unzähligen Beschäftigten, die in den Kabinen oder im Catering schuften, ein gemeinsames Interesse mit der Unternehmensführung! Auch ohne Thiele war in den letzten Jahren klar, was für eine Politik der Lufthansa Vorstand betreibt. Es wurde systematisch outgesourct (wie bei dem Lufthansa Zulieferer LSG) und Tarifverträge untergraben.

Solche Fragen sind für die Gewerkschaftsfunktionäre Tabu. Es gab den Aufruf an die Kollegen, sich nicht „politisch“ zu äußern (also die Politik des Unternehmens zu kritisieren) und in Hamburg wurde auf einer Kundgebung der UFO eine Kollegin am „offenen“ Mikro sogar unterbrochen, als sie die Frage aufwerfen wollte, was denn mit den 9 Milliarden passieren wird nach der Annahme!

Der Grund: Es wurde längst eine Einigung mit Lufthansa erreicht. Vier Jahre soll für das Kabinenpersonal zunächst ein Kündigungsschutz gelten, dafür werden alle Vergütungsanhebungen und die betriebliche Altersvorsorge ausgesetzt. Gleichzeitig kündigt der Lufthansa-Vorstand die Notwendigkeit von „schmerzlichen Personalmaßnahmen“ an! Und das wird dann als Sieg verkauft? Wer so eine Gewerkschaftsführung hat, der braucht keine Bosse mehr.

Thiele, Spohr und Co. enteignen, Lufthansa komplett rückverstaatlichen!

Es ist höchste Zeit, dass die Gewerkschaften in allen Teilbereichen der Lufthansa in die Offensive gehen! Nur ein gemeinsamer Kampf aller Kolleginnen und Kollegen kann die Interessen der Beschäftigten verteidigen: Erhalt jedes Arbeitsplatzes, für die 30-Stunden-Woche und Wiedereingliederung aller ausgegliederten Bereiche!

Weg mit dem „Rettungspaket“ für die Aktionäre! Stattdessen komplette Rückverstaatlichung der Lufthansa und Enteignung aller Großaktionäre! Das gesamte Verkehrswesen gehört in staatliche Hand und unter demokratische Planung!

Wir lassen uns nicht nochmal lumpen: Kontrolle und Verwaltung durch die Arbeiter und Arbeiterinnen selbst!

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