Die Explosion in Beirut zeigt die tiefe Verdorbenheit der korrupten kapitalistischen Oligarchie, die das Leben von Tausenden Arbeitern aufs Spiel setzt, um sich weiter die eigenen Taschen zu füllen.

Die Videos einer gewaltigen Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut sind am Dienstag um die Welt gegangen. Scheinbar ausgehend von einer brennenden Lagerhalle steigt eine riesige Rauchwolke auf und schließlich kommt es zu einer gewaltigen Explosion, begleitet von einer Schockwelle, die im Umkreis von mehreren Kilometern Häuser einreißt und ganze Straßen verwüstet.

Auch Tage später ist das tatsächliche Ausmaß der Verwüstung nur schwer einschätzbar: die Zahlen der Toten und Verletzten steigen mit jedem Tag mehr und liegen bereits in den Tausenden, teilweise wurden noch Trümmer in 15km Entfernung gefunden.

Bereits jetzt ist aber klar, dass es sich nicht einfach um eine „Tragödie“ handelt. Es ist die Folge der jahrzehntelangen Herrschaft einer korrupten kapitalistischen Oligarchie, die sich und die reichsten Familien des Landes immer weiter bereichert und sich dabei nicht um das Leben und die Sicherheit der Bevölkerung schert.

Das über 2000 Tonnen Ammoniumnitrat ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen 6 Jahre lang am Hafen gelagert wurden und dort eine solche Katastrophe auslösen konnten ist nur das letzte Beispiel in einem Land, in dem bis zu 20 Stunden anhaltende Stromausfälle Normalität sind und sich immer mehr Arbeiter und Arbeiterinnen nicht mal mehr die grundlegendsten Dienstleistungen leisten können.

Dagegen wehrt sich seit Monaten eine kraftvolle Massenbewegung, die von großen Teilen der libanesischen Arbeiterklasse und Jugend getragen wird. Die abertausenden Beschäftigten im Hafen, im Verkehr und in den Geschäften sind es auch, die diese Katastrophe am härtesten trifft: Schätzungen zufolge sind bereits über 3000 Menschen durch die Explosion obdachlos geworden, die meisten davon aus dem Armenvierteln direkt am Hafen. Der größte Hafen des Landes und mit ihm Tausende Arbeitsplätze liegen in Schutt und Asche, der Explosion fielen auch eine ganze Reihe von Getreide- und Lebensmittelsilos zum Opfer, was die ohnehin anhaltende Nahrungsmittelknappheit verschlimmern wird.

Im Inferno von Beirut hat sich erneut gezeigt, das dieses kapitalistische System den Arbeitern und Arbeiterinnen, im Libanon und weltweit, nichts zu bieten hat außer Zerstörung; in einem Land, zerrieben zwischen den imperialistischen Weltmächten und ausgequetscht durch eine parasitäre Oligarchie kann die Regierung nicht einmal mehr grundlegende Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Dort, wo das Kapital die Politik bestimmt, wird die Sicherheit einfacher Arbeiterinnen und Arbeiter immer an letzter Stelle stehen. Erst in einer Welt, in der die Städte und Dörfer von der einfachen Arbeiterklasse und (je nach Region) der Bauernschaft verwaltet werden, können Kontrollen ohne Korruption und Profitinteressen Realität werden. Für diese Welt kämpfen wir.

Weg mit dieser korrupten und inkompetenten Regierung! Der Kampf der libanesischen Arbeiterklasse und Jugend muss weiter gehen und für die ganze Region zu einem Beispiel werden! Für die sofortige Verstaatlichung der größten Banken und Konzerne und staatlich organisierte Hilfe für alle Betroffenen Arbeiterfamilien!

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