In mehr als 130 Städten haben am 5. März über 50.000 Schülerinnen und Schüler den Unterricht bestreikt und damit den ersten Schulstreik von Ende 2025 noch in den Schatten gestellt. Es ist eine beeindruckende und inspirierende Jugendbewegung gegen den neuen "Wehrdienst", also die zwangsweise Musterung der jungen Generationen der deutschen arbeitenden Klasse für die imperialistische Aufrüstung und die Kriegsvorbereitungen Deutschlands.

Die Jugend zeigt uns den Weg im Kampf gegen Wehrpflicht und Aufrüstung. Es ist ein wichtiger Schritt, dass es dabei nicht bleiben soll. Im Mai ist bereits ein weiterer bundesweiter Schulstreik geplant. Wir müssen noch mehr werden und die Demonstrationen größer machen, indem wir unsere Mitschüler, Kommilitonen, Kollegen und Freunde mobilisieren und überall lautstark unser Nein gegen Wehrpflicht und Aufrüstung verbreiten!

Die Streiktage müssen der Ausgangspunkt dafür sein, die Schulstreiks von vereinzelten Streiktagen auszuweiten - wenn es sein muss, bestreiken wir die Schulen solange, bis die Wehrpflicht weg ist!

Wir von der Marxistischen Organisation Offensiv unterstützen die Schulstreiks mit voller Kraft. Wir rufen jeden dazu auf, sich an der Bildung und dem weiteren Aufbau der Streikkomitees in allen Schulen, Berufsschulen und Universitäten zu beteiligen.

Ihre Repression zeigt, dass die Streiks wirken!

In Berlin wurde ein Schüler wegen einem Schild von der Polizei in Gewahrsam genommen, in München wurden Schüler von der Polizei zwangsweise in die Schule zurückgebracht, in Stuttgart wurden sogar Bußgelder wegen "Fernbleiben vom Unterricht" verhängt! Ganze Schulen wurden abgesperrt und verschlossen, damit niemand sie verlassen kann.

Aber ihre Repression kann uns nicht einschüchtern - sie bestärkt uns nur, dass wir sie da treffen können, wo es weh tut.

Solidarität mit allen Betroffenen! Die Gewerkschaften und der DGB sollten den betroffenen Schülern alle finanziellen und rechtlichen Hilfen zur Verfügung stellen und auf diese Repressionswelle mit einer großen Kampagne antworten. Die Gewerkschaften Verdi und GEW, in denen viele Beschäftigte von Bildungseinrichtungen organisiert sind, sollten sofort zu Protestaktionen an solchen Schulen und vor allem ihre Mitglieder dazu aufrufen, sich nicht an irgendwelchen Bestrafungsmaßnahmen zu beteiligen.

Das kann als Sprungbrett genutzt werden, um in den Gewerkschaften zu diskutieren, wie die Streiks auf die restliche Arbeiterklasse ausgeweitet werden können. Denn das ist bitter nötig: nicht nur, um den Kampf gegen die Wehrpflicht zu gewinnen, sondern weil diese Teil der allgemeinen Aufrüstung ist, die auf Kosten eines weiteren sozialen Kahlschlags uns alle betrifft.

Es ist gut, dass die Gewerkschaftsjugenden in vielen Orten zu Demonstrationen nach der Schule aufgerufen haben. Aber es ist der Gewerkschaftsführung anzukreiden, das nicht schon längst viel mehr passiert ist als das!

Es ist möglich, die Streiks auszuweiten: für einen politischen Generalstreik gegen Wehrpflicht, Aufrüstung und Lohn- und Sozialkürzungen!

Diese Bewegung hat eine besondere politische Bedeutung. Sie richtet sich nicht gegen irgendeine einzelne Maßnahme, sondern gegen eines der zentralen Projekte der deutschen herrschenden Klasse: die massive Aufrüstung und die Vorbereitung neuer militärischer Konflikte. Angesichts wirtschaftlicher Krisen und wachsender Konkurrenz auf dem Weltmarkt versucht der deutsche Imperialismus, seine Interessen immer offener mit militärischer Macht abzusichern. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist ein zentraler Bestandteil dieser Strategie, weil sie die junge Generation der arbeitenden Klasse für diese Politik verfügbar machen soll. Dass sich gerade die Jugend dagegen organisiert und auf die Straße geht, stellt daher eine direkte Herausforderung für diese Politik dar.

Die Gewerkschaften müssen endlich die Schulstreiks direkt unterstützen. Sie müssen sie mit einer großen Kampagne gegen die Aufrüstung verbinden und vor allem: mit eigenen Streikaufrufen. Denn jede tarifliche Nullrunde, jede Gegenreform, jede Kürzung hat genauso damit zu tun wie die Empörung der Jugend über die Wehrpflicht.

Die deutsche Arbeiterklasse stellt nicht nur die Generationen, die gemustert werden sollen; ohne uns wird auch keine einzige Waffe exportiert, kein Flugzeug hebt oder Tanker legt ab. Ohne uns stehen alle Räder still!

Wir müssen klar sagen: ein solcher Streik, den die Gewerkschaftsführer als "politischen Streik" abtun, wäre mehr als möglich. Er würde ein kraftvolles Zeichen setzen und ist die Waffe, mit der wir die Grundfeste dieses Systems erschüttern können, das auf der Ausbeutung unserer Arbeit und dem gnadenlosesten Militarismus fußt.

Streik in der Schule, Streik im Betrieb: das ist unsere Antwort auf eure Politik!

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