Wir veröffentlichen diese Übersetzung zum Anlass des 150. Geburtstags Rosa Luxemburgs am 05. März 2021. Der Artikel wird in mehreren Teilen veröffentlicht, von denen der erste sich mit ihrem Leben als Revolutionärin bis zu den ersten Kämpfen gegen den deutschen Revisionismus beschäftigt. 

Rosa Luxemburg gehört zu den Sternen am Himmel des Marxismus. Sie war eine unermüdliche Rednerin und ihre politische Produktivität deckte alle Bereiche ab: aktuelle Artikel, Propagandabroschüren, theoretisches Material gegen den Reformismus, zum imperialistischen Krieg, zur nationalen Frage oder zur politischen Ökonomie. Rosa zeichnete sich vor allem durch die Verteidigung des revolutionären Marxismus gegen die Verzerrungen des sozialistischen Denkens durch die Führer der deutschen Sozialdemokratie aus. Sie entlarvte nicht nur Bernstein in ihrem großartigen Text „Sozialreform oder Revolution?“ sondern auch solche, die sich hinter dem Stempel der marxistischen Theorie verbargen wie Karl Kautsky.

Das Studium der Arbeit von Rosa Luxemburg ist eine Verpflichtung für alle klassenbewussten Arbeiter und Jugendlichen, für alle Aktiven der Arbeiterbewegung, die für den Sozialismus kämpfen. Auf den folgenden Seiten werden wir versuchen uns Luxemburg anzunähern, ihrem Denken und ihrem Handeln als Revolutionärin bis hin zu den Ereignissen von 1918.

Die Gruppe „Proletariat“

Rosa Luxemburg wurde am 5. März 1871 in Zamosc, einer kleinen polnischen Stadt, in eine weltoffene jüdische Kulturfamilie geboren, deren Verbindungen zum erstickenden orthodoxen Glauben längst verschwunden waren. Als sie drei Jahre alt war, zog ihre Familie nach Warschau, wo sie direkt unter den schulischen Russifizierungsmaßnahmen litt. Wie Paul Frölich betont, ist es fast sicher, dass dieses Schulregime des unterdrückten Polens sie auf den Weg des Kampfes brachte;1 kurz nach dem Verlassen des Lyzeums war Rosa bereits Mitglied der revolutionären polnischen Arbeiterpartei „Proletariat“, die 1882 von Ludwik Warynski gegründet wurde.

In den 1880er-Jahren war der „Volkswille“ (Narodnaya Volia) eine einflussreiche Oppositionspartei in Russland, und seine terroristische Aktivität beeinflusste die jüngeren Generationen polnischer Revolutionäre entscheidend. Seit ihrer Gründung im Jahr 1882 und trotz ihrer Zusammenarbeit mit den russischen Narodniki war die Proletariatsgruppe zu einem aktiven revolutionären Anziehungspunkt geworden und war Narodnaya Volia voraus, sowohl durch ein besseres Verständnis der Realität des russischen und polnischen Kapitalismus als auch durch ihr fortgeschrittenes politisches Programm. Das Proletariat verachtete die nationalistische, demagogische und scheinheilige Position des polnischen Adels und des Kleinbürgertums, die nur an ihren wirtschaftlichen Privilegien interessiert waren. Stattdessen sah es die russischen Arbeiter als die wichtigsten Verbündeten bei der Erlangung der Freiheit für die unterdrückten Massen in Polen. Nach zahlreichen Streiks im Jahr 1883 wurde „Proletariat“ Opfer heftiger Repressionen und vier seiner prominentesten Führer wurden durch Erhängen hingerichtet. Zu dieser Zeit, als seine Organisationsstrukturen ihren Höhepunkt erreichten, war Rosa Luxemburg im Alter von 15 Jahren und mit einem brillanten akademischen Werdegang bereits Mitglied der Partei.2

Zwischen 1888 und 1889 arbeitete die zweite Generation proletarischer Militanten, unter ihnen Rosa Luxemburg, die sich zunehmend der politischen Aktivität verschrieb, mit dem von Julian Marchlewski und Adolf Warszawski gegründeten Verband polnischer Arbeiter zusammen. In den folgenden Jahren würden beide Organisationen aktiv an der Streikwelle in Warschau und anderen Städten der Arbeiterklasse des Landes teilnehmen und unter starker Unterdrückung leiden: Die Kader der Arbeitergewerkschaft mussten in die Schweiz ins Exil, und zahlreiche Militante des Proletariats wurden festgenommen und eingesperrt. Rosa musste aus Polen fliehen und in die Schweiz flüchten; nach Zürich, wo eine wichtige Phase ihrer Jugend als Revolutionärin begann.

Leo Jogiches und die polnische Sozialdemokratie

Rosa Luxemburg kam Ende 1889 nach Zürich. Im folgenden Jahr schrieb sie sich an der Fakultät für Philosophie ein, wo sie Kurse in Naturwissenschaften und Mathematik belegte, und 1892 auch an der Fakultät für Rechtswissenschaften. Sie studierte intensiv die Klassiker der politischen Ökonomie, Adam Smith, David Ricardo und natürlich Marx. Als Kämpferin des Proletariats kam sie bald mit den politischen Kreisen der Stadt in Kontakt, insbesondere mit den jüngeren marxistischen Militanten im Exil; mit Polen, Litauern und auch Russen.

Von diesen ersten Treffen und Beziehungen war zweifellos die Verbindung mit Leo Jogiches, dem litauischen Revolutionär aus einer wohlhabenden jüdischen Familie in Wilna, der für immer zu einer der herausragenden Figuren in Rosas Leben wurde, am wichtigsten. 1885 hatte Jogiches versucht, die jüdischen Arbeiter in Wilna in einem revolutionären Kreis zu organisieren, und wurde mehrmals wegen seiner militanten Arbeit verhaftet, bevor er nach dem Verlassen des russischen Militärdienstes in die Schweiz floh.

„Obwohl seine Sprache und Kultur Russisch waren“, schreibt Maria Seidemann, „konnte er seine bis dahin sehr begrenzten Jiddischkenntnisse vervollständigen und so mit den Arbeitern auskommen und in irgendeiner Weise zu ihrer politischen Bildung beitragen. Er förderte die Revolution unter den Soldaten und jungen Offizieren, immer auf die Gefahr hin, denunziert und verhaftet zu werden. Seine Stärke war die Verschwörung: Er organisierte Streiks, benutzte Schmuggelrouten, um illegale Schriften zu transportieren und Auswanderer aus dem Land zu bringen. Bald baute Levka einen legendären Ruf nicht nur unter den Arbeitern auf, die ihn als ihren Lehrer bewunderten, sondern auch unter seinen Kameraden in der Illegalität.“3

Nach seiner Ansiedlung in Zürich wollte Jogiches einen revolutionären Verlag organisieren, der die ins Russische übersetzten Klassiker des Sozialismus veröffentlichen sollte - Marx, Engels, August Babel und Wilheim Liebknecht -, Material, das über das Netzwerk heimlich an Polen und Litauen weitergegeben werden sollte, das Jogiches selbst in Zusammenarbeit mit jüdischen revolutionären Militanten eröffnete.

„Jogiches trat persönlich an Plechanow heran und schlug vor, zusammenzuarbeiten“, schreibt Nettl, „er würde das Geld und die Technik zur Verfügung stellen, und Plechanow sein Prestige und seine Urheberrechte.“ Als Plechanow kalt fragte, auf welcher Grundlage Jogiches zusammenarbeiten wolle, schlug der junge Mann ruhig einen halben Deal vor und sein Gesprächspartner zeigte ihm die Tür, ohne Zeit zu verschwenden. Ihre scharfen Differenzen wurden schriftlich bestätigt. Jogiches gab nicht auf. Er beschloss, einige der marxistischen Klassiker für die Übersetzung und den Vertrieb in Russland raubzukopieren, und gründete zu diesem Zweck seinen eigenen Verlag, die „Sozialdemokratische Bibliothek“. In Anbetracht dessen erklärte Plechanow ihm den offenen Krieg. Die augenblickliche Antipathie, die Jogiches in ihm erweckt hatte, verwandelte sich in lauten und öffentlichen Hass (...) In einem Brief an Engels bezeichnete er Jogiches als 'eine Miniaturausgabe von Netschajew '; eine Miniaturausgabe von Bakunins rücksichtslosestem Anarchistenschüler (...)".“

Rosa Luxemburg würde bald Partei ergreifen:

„Rosa verliebte sich kurz nach ihrem Treffen in Leo Jogiches und war sofort mitten im Kampf. Ihre Beziehung war zu eng, als dass sie neutral bleiben könnte. Zunächst versuchte sie, einen mäßigenden Einfluss auf Jogiches auszuüben; für sie war Plechanow in erster Linie der große Mann, und Jogiches eigensinnig und vielleicht unvernünftig, unwillig, die Statur seines Gegners zu schätzen. Aber der Versuch war vergeblich; niemandem gelang es, Jogiches' Meinung durch Überredung zu ändern, und 1894 war auch sie bereit, den „alten Mann“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu konfrontieren.“4

Der Streit mit Plechanow isolierte Jogiches in der russischen marxistischen Emigrantenbewegung und bereitete ihm große Unannehmlichkeiten. Obwohl er auf seinem Ziel beharrte, die grundlegenden marxistischen Werke zur Kenntnis der russischsprachigen Arbeiter in Litauen und Polen zu veröffentlichen, setzte Plechanows kriegerische Haltung, die die Interessen seines eigenen Prestiges und seiner persönlichen Eitelkeit über die der Bewegung stellte, dem von ihm gegründeten Verlag ein Ende.

„Für die junge Generation von Marxisten in Russland und im Ausland war er der Riese seiner Zeit (…), aber er war auch ein empfindlicher und voreingenommener Mensch, der nie zögerte, das ganze Gewicht seiner Autorität gegenseine Gegner zu verwenden, selbst wenn der Streit unbedeutend war. Für die jungen Enthusiasten, die ihn aus der Ferne bewundert hatten, war die erste Begegnung mit ihm sowohl eine beglückende als auch eine ernüchternde Erfahrung, wie Lenin, Martov und Jogiches, jeder für sich, bezeugten.“5

Als Jogiches diese Schlacht führte, war Rosa Luxemburg voll in einen weiteren prominenten politischen Kampf verwickelt. In den Jahren nach Rosa Luxemburgs Abgang entwickelte sich die polnische sozialistische Bewegung unter der Schirmherrschaft und dem Schutz der deutschen SPD, nachdem die antisozialistischen Gesetze 1890 abgeschafft worden waren. In Berlin veröffentlichte eine Gruppe polnischer Sozialisten im Exil ein wöchentliches Bulletin, Gazeta Robotnicza [etwa: „Arbeiterzeitung“, Anm. d. Ü.], und gründete am 17. November 1892 die PPS (Polska Partia Socjalistycna, Polnische Sozialistische Partei). Alle Fraktionen schlossen sich der neuen Partei an. Das PPS-Programm war das Ergebnis einer Einigung zwischen den verschiedenen Tendenzen, aus denen es bestand: Marxistisch in Worten, aber nationalistisch und opportunistisch in der Praxis.

Die jungen Anhänger von Rosa und Leo, zusammen mit den ausgewanderten Militanten des polnischen Arbeiterverbandes, schlossen sich zusammen, um eine echte marxistische polnische Arbeiterpartei zu gründen. Julián Marchlewski spielte eine wichtige Rolle in diesem Prozess des Zusammenschlusses:

„(…) Bevor er 1893 in die Schweiz floh und in Fabriken und Werkstätten arbeitete, hatte er selbst an der Vorbereitungsphase für die (natürlich illegale) Gründung des Verbandes polnischer Arbeiter teilgenommen. Aus diesem Grund war er unter den in Polen tätigen Mitgliedern bekannt und daher am besten geeignet, die Verbindung zur Zürcher Studentengruppe herzustellen.“6

Rosa, Leo und Julián Marchlewski begannen im Juli 1893 mit der Veröffentlichung der Zeitung Sprawa Robotnicza (Arbeitersache). Das für den Start der Veröffentlichung gewählte Datum war kein Zufall; es ging darum, die Zeitung kurz vor der Feier des Dritten Kongresses der Sozialistischen Internationale vom 6. bis 12. August in Zürich erscheinen zu lassen.

Der Leitartikel der ersten Ausgabe verfolgte eine klare Ausrichtung: Kampf gegen den Kapitalismus, Solidarität mit der russischen Arbeiterklasse im Kampf gegen den Absolutismus, Widerstand gegen die Klassenkollaboration, Verteidigung des proletarischen Internationalismus,... Rosa Luxemburg wurde eine unerschöpfliche Stichwortgeberin der neuen Zeitung und 1894 übernahm sie ihre Leitung unter dem Pseudonym R. Kruszynska. In der politischen Linie der Veröffentlichung wurde die Feindseligkeit gegenüber der nationalistischen Position der PPS klar umrissen.

Auf dem Internationalen Kongress lehnten die PPS-Chefs erwartungsgemäß die Aufnahme von Rosa Luxemburg als Delegierte ab, doch Rosa beugte sich nicht und ergriff das Wort, um die Linie von „Arbeitersache“ zu verteidigen. Der Eindruck ihrer Worte wurde vom belgischen Sozialistenführer Emil Vandervelde beschrieben:

„Rosa, damals 23 Jahre alt, war außerhalb von ein oder zwei sozialistischen Gruppen in Deutschland und Polen unbekannt (...) aber ihre Gegner fanden es schwierig, sich gegen sie zu wehren (...) Sie erhob sich unter den Delegierten im hinteren Teil des Saales und kletterte auf einen Stuhl, um sich besser Gehör zu verschaffen. Klein und zerbrechlich aussehend, in einem Sommerkleid, das ihre körperlichen Mängel sehr gut verbarg, plädierte sie mit einer solchen Anziehungskraft und so überzeugenden Worten für ihre Sache, dass sie sofort die Mehrheit der Delegierten für sich gewann, die ihre Hände für die Annahme ihres Mandats hoben.“7

Die Realität war nicht so, wie Vandervelde es beschreibt: Der Kongress stimmte gegen Rosas Mandat, wobei Plechanow zugunsten der PPS intervenierte, um seine Rache an dem jungen Paar deutlich zu machen. Auf jeden Fall war es das letzte Mal, dass es zu einem solchen Ereignis kam, da Rosa Luxemburg es geschafft hat, ihre Stellung als Führerin der marxistischen Tendenz des polnischen Sozialismus zu festigen und auf nachfolgenden internationalen Kongressen zu behaupten.

Der Bruch mit der PPS mit ihrer reformistischen und nationalistischen Position wurde von Rosa Luxemburg, Leo Jogiches Julián Marchlewski und Adolf Warszawski mit der Bildung einer neuen Partei endgültig vollzogen: der SDKP, der Sozialdemokratie des Königreichs Polen. Die SDKP zog eine ganze Gruppe revolutionärer Kämpfer an, die eine herausragende Rolle im polnischen Klassenkampf, bei der Gründung der Kommunistischen Partei Polens (1918) sowie in der Geschichte der bolschewistischen Partei und der russischen Revolution spielen würden. Doch lange vor diesen Ereignissen musste dieser kleine revolutionäre Kern Schwierigkeiten aller Art überwinden:

„In diesen ersten Jahren von 1893 bis 1895 waren Rosa Luxemburg und Leo Jogiches fast vollständig isoliert. Die PPS-Führung hatte um sie herum einen Cordon Sanitaire [Deutsch: Sperrgürtel zum Schutz gegen das Einschleppen epidemischer Krankheiten – man kann sich vorstellen, was hiermit gemeint sein soll. Anm.d.Ü.] errichtet, und selbst Sympathisanten hatten es aus Angst vor Repressalien unterlassen, sich ihnen zu nähern. (…) Bis 1894 war sie die Vogelfreie des polnischen Sozialismus geworden.“8

Die nationale Frage

Rosa sah in der neuen Organisation der SDKP eine direkte Nachfolgerin des Proletariats. In ihrem Programm bestanden sie erneut auf einer aktiven Zusammenarbeit mit den russischen Revolutionären und darauf, eine hypothetische Befreiung Polens außerhalb der russischen Revolution abzulehnen. Der Nationalismus der PPS war in Rosas Worten „eine utopische Illusion geworden, eine Illusion, die unter den Arbeitern geschaffen wurde, um sie von ihrem Klassenkampf abzulenken.“9

So begann eine lange Kontroverse um die polnische nationalen Frage, an der auch die deutschen und russischen Sozialdemokraten direkt beteiligt waren. Die These von Rosa Luxemburg beruhte auf einem bestimmten Punkt: Die Forderung nach polnischer Selbstbestimmung und Unabhängigkeit hatte tiefgreifende Wandlungen erfahren, seit Marx sie als mächtigen revolutionären Faktor betrachtet hatte. Der polnische Kleinadel, der in den Revolutionen und Aufständen von 1848 bis 1871 gegen den zaristischen Despotismus und für demokratische Anliegen gekämpft hatte, wurde von Ideen beeinflusst, die für eine Rückkehr zur vorkapitalistischen Vergangenheit eintraten. Ihr Nationalismus konnte eine reaktionäre Gesinnung nicht verbergen. Andererseits hatte die polnische Bourgeoisie in der Hitze des Wachstums des russischen Kapitalismus ihre wesentlichen Konturen gezeichnet und sich unter dem Schutz der Zarenregierung fabelhafte Geschäfte im Zarenreich gesichert. Sie war vielfach mit dem zaristischen Staatsapparat verbunden und hatte sich endgültig von der Einheit und Unabhängigkeit der Nation losgesagt.

In Anbetracht der Tatsache, dass der polnische Nationalismus nur in intellektuellen Kreisen und unter den Mittelschichten fortbestand, und dass eben diese kleinbürgerlichen Klassen aufgehört hatten, ein revolutionärer Faktor zu sein, lehnte Rosa Luxemburg die Forderung nach polnischer Unabhängigkeit als eine den Interessen der Arbeiter fremde Losung rundweg ab.

„Folglich würde jegliches nationalistisches Streben der Sozialisten sie lediglich hoffnungslos an eine Bourgeoisie ketten, die selbst politisch impotent war. In jedem Fall war Nationalismus etwas, das das Bürgertum immer erfolgreicher propagieren konnte als die Sozialisten. Das Wichtigste aber war die Tatsache, dass das Bürgertum, wenn es schließlich vor der Wahl stand, entweder die Unterstützung der Sozialisten zu bekommen, um eine Kampagne für die Unabhängigkeit Polens voranzutreiben, oder diese Forderung aufzugeben, um mit der Autokratie gegen das Gespenst der sozialen Revolution zusammenzuarbeiten, sich immer für Letzteres entscheiden würde.“10

Rosa Luxemburgs Positionen zur polnischen nationalen Frage wurden in einem Pamphlet dargelegt, das in polnischer Sprache geschrieben und in Paris veröffentlicht wurde: Das unabhängiges Polen und die Sache der Arbeiter (1895). Der Text provozierte eine sofortige Reaktion der führenden Elemente der SPP, die alles daran setzten, dass auf dem Kongress der Internationale, der im Juli 1896 in London stattfand, eine Erklärung zur Unterstützung der polnischen Unabhängigkeit verabschiedet wurde. Natürlich hatten sie erneut die aktive Unterstützung von Plechanow und anderen führenden Persönlichkeiten des europäischen Sozialismus. Rosa Luxemburg, damals sechsundzwanzig Jahre alt, ließ sich nicht abschrecken. Nach ihrer Rückkehr gelang es ihr, Die Neue Zeit und Critica Sociale - theoretische Organe der SPD und der Sozialistischen Partei Italiens - dazu zu bringen, eine Reihe von Artikeln mit ihren Ideen zur nationalen Frage zu veröffentlichen, in denen sie die Positionen der PPS widerlegte.

In den darauf folgenden Sturm waren die führenden Theoretiker der damaligen Internationale verwickelt, darunter auch Kautsky. Der Redakteur der Neuen Zeit, der Rosas brillante und rigorose Darlegung ihrer Ansichten erkannte, kritisierte ihre Position, weil sie das revolutionäre, antizaristische Potenzial der polnischen Unabhängigkeit herunterspielte. Die Herrschaften der PPS ihrerseits senkten das Niveau noch weiter und bezeichneten sie als „hysterische und streitsüchtige Schlampe“, als Kommentar zu ihrem Artikel:

„Wir bedauern nur, dass eine seriöse deutsche Zeitschrift auf Fräulein Rosa hereingefallen ist, die in der Schweiz Leute anschwindelt, als repräsentiere sie irgend Jemand oder Etwas in Polen. Der polnische Sozialismus ist nicht so tief gesunken, dass Fräulein Rosa das Recht hätte, in seinem Namen zu sprechen.“11

Auf dem Kongress der Internationale ging der Sturm zwischen den beiden Tendenzen des polnischen Sozialismus weiter, und zwar nicht nur wegen der Meinungsverschiedenheiten in der nationalen Frage. Einerseits widmete sich Josef Pilsudski an der Spitze der PPS-Delegation und mit Unterstützung der „ehrenwerten“ Männer des Apparats der Disqualifizierung und Verunglimpfung der Positionen der polnischen Marxisten. Andererseits sorgte Rosa Luxemburg an der Spitze der SDKP, die in die gefällige und routinierte Atmosphäre der „großen heiligen Kühe“ des bewussten Sozialismus einbrach, für allgemeine Irritation.

„(…) Aber für die meisten Führer der Zweiten Internationale war sie nur eine streitsüchtige junge Frau, die darauf bestand, ihren beträchtlichen Verstand12 gegen klügere und besserwisserische Köpfe auszuspielen. Victor Adler, der die österreichische Delegation leitete, betrachtete ihre Anwesenheit und ihre Aktivitäten mit unverhüllter Feindseligkeit, von der er nie ein Fitzelchen abrücken sollte. Er hielt ihre Artikel für unzeitgemäß und taktlos“13

Um nochmal zusammenzufassen: Rosa Luxemburg bestand darauf, dass es die proletarischen Massen kaum ansprechen würde, wenn man die polnische Unabhängigkeit zum zentralen Bestandteil des sozialistischen Programms machen würde. In der Tat stellte Rosa in Frage, ob die polnische Arbeiterklasse einen bürgerlichen polnischen Staat gegen die eigene Bourgeoisie und gegen die dreifache Fremdherrschaft Polens (Russland, Preußen und Österreich) schaffen könne. Wenn die Arbeiterklasse die Kraft dazu hätte, behauptete Rosa Luxemburg, dann hätte sie auch die Kraft für eine sozialistische Revolution, und das wäre die einzige Lösung der polnischen nationalen Frage, die vom Standpunkt der Unterdrückten aus zulässig wäre. Ihrer Ansicht nach muss um jeden Preis verhindert werden, dass der von der Arbeiterklasse geführte Kampf durch nationalistische Bestrebungen verzerrt und absorbiert wird; der Schwerpunkt muss auf den gemeinsamen Kampf der russischen und polnischen Arbeiter gelegt werden, so dass die nationale Unabhängigkeit kein unmittelbares Ziel des Proletariats sein kann.

Jahrelang führten die polnischen Sozialdemokraten (Marxisten) einen erbitterten Kampf gegen die kleinbürgerlich-nationalistischen Führer der PPS, und bei mehr als ein paar Gelegenheiten hatten sie die ausdrückliche Solidarität von Lenin:

„Einzig und allein um der Wiederaufrichtung Polens willen für einen europäischen Krieg sein – das würde heißen, ein Nationalist schlimmster Marke sein, und die Interessen der keinen Anzahl von Polen höher stellen, als die Interessen hundert Millionen Menschen die durch den Krieg leiden. Und das sind z.B. die Anhänger des rechten Flügels der P. P. S., die nur mit dem Munde Sozialisten sind, und denen gegenüber die polnischen Sozialdemokraten hundertmal recht haben. Jetzt die Losung der  Unabhängigkeit Polens aufstellen, bei der gegenwärtigen Lage der Beziehungen zwischen den imperialistischen Nachbarstaaten, das heißt wirklich Utopien nachjagen, in kleinlichen Nationalismus verfallen und die Vorbedingungen der europäischen, ja selbst die der russischen und deutschen Revolution vergessen.“14

Ausgehend von einer internationalistischen Position und in klarer Abgrenzung zum Programm des kleinbürgerlichen Nationalismus, trieb Rosa Luxemburg ihre Position auf die Spitze. Diese Art, das Schilfrohr zu biegen, ließ sie vergessen, dass die nationaldemokratischen Forderungen in der Praxis eine starke revolutionäre Anziehungskraft auf die polnischen Massen, einschließlich des Proletariats, ausübten. In seiner Polemik mit Lenin antwortete dieser Rosa Luxemburg konkret: Die Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts der unterdrückten Nationen und Nationalitäten verpflichtet die Partei des Proletariats nicht, Agitation zugunsten von Separatismus oder Unabhängigkeit zu betreiben. In der nationalen Frage, wie auch bei allen anderen demokratischen Forderungen, lassen sich Marxisten von den Interessen des Proletariats und der Revolution leiten und stellen niemals eine demokratische Forderung vor diese Interessen. Die Verteidigung des freien Selbstbestimmungsrechts für Polen, die Rosa Luxemburg im Programm der polnischen Sozialdemokratie ablehnte, würde der Sache des Sozialismus keineswegs schaden, sondern es ermöglichen, die polnischen Massen, oder die Massen jeder Nationalität, die vom zaristischen Joch unterdrückt wurden, dem bösen Einfluss der Bourgeoisie und des nationalistischen Kleinbürgertums zu entreißen, die den Befreiungswunsch des Proletariats und der armen Bauern zu ihrem Vorteil ausnutzten. Die Oktoberrevolution offenbarte das enorme revolutionäre Potenzial dieser Losung in Verbindung mit dem Kampf um die Arbeitermacht und die Enteignung der Bourgeoisie und der Großgrundbesitzer.15

Rosa Luxemburg wurde in der Aufgabe gestärkt, eine marxistische Organisation in Polen zu schmieden, indem sie sich mit den litauischen Sozialdemokraten unter der Führung von Felix Dzerzhinski vereinigte. So wurde die Sozialdemokratie des Königreichs Polen und Litauen (SDKPiL) geboren.

„Die führenden Mitglieder der SDKPiL“, schreibt Paul Nettl in seiner großartigen Biographie über Rosa Luxemburg, „waren Menschen von einzigartigem intellektuellem Rang und Können - oder, wenn sie nicht selbst dazu beitrugen, so doch zumindest am intellektuellen Ruhm teilhatten. Männer wie Dzierzynski, Marchlewski, Hanecki und Unszlicht erreichten alle wichtige Positionen im bolschewistischen Russland. Einer von ihnen, Dzierzynski, nimmt einen zentralen Platz im revolutionären Pantheon ein. Marchlewski und Hanecki waren zu individualistisch, um in den engen Parteiapparat der nachrevolutionären Periode zu passen; sie fanden ihre Rolle in jenem distinguierten kleinen Kreis von Lenins hommes de confiance, die mit besonderen Missionen außerhalb der Parteiroutine betraut werden konnten.“16

Um 1900 war die SDKPiL in den wichtigsten Industriestädten Polens und in der Kohlebergbauregion Dabrowa präsent.

In diese Zeit fielen die ersten Meinungsverschiedenheiten mit Jogiches. Rosa liebte Leo zutiefst, aber der litauische Revolutionär konnte einen ungerechten Groll und eine ungesunde Eifersucht gegen Rosas Unabhängigkeit des Urteils nicht unterdrücken. Die Beziehung verschlechterte sich zwangsläufig, obwohl das innige Band zwischen diesen beiden großen Revolutionären, stürmisch und schwierig, bis zum letzten Moment aufrechterhalten wurde. Sowohl in der Biografie von Paul Nettl als auch in dem großartigen Buch von Maria Seidemann wird diese politische und persönliche Verbindung voller Bitterkeiten und glanzvoller Momente ausführlich behandelt.

Rosa und Leo unternahmen gemeinsam einen weiten sentimentalen und politischen Weg, der sie über ihre Widrigkeiten hinweg verband. Aber jenseits der persönlichen Fehler und Enttäuschungen kann man nicht umhin, die Figur Leo Jogiches hervorzuheben, ein politischer Riese, ein unbestechlicher Revolutionär, zäh und fähig, mit außergewöhnlichem Talent für Organisation und Konspiration. Trotz seines sentimentalen Bruchs mit Rosa hörte er nie auf, ihr in schwierigen Momenten, als sie im Gefängnis eingesperrt war, in den glorreichen Wochen von November-Dezember 1918 oder in den letzten Tagen des Januars 1919, seine treueste und bedingungsloseste Unterstützung anzubieten.

„Mitten in der geistigen Wüste des Ersten Weltkriegs, in der viele ihrer alten Freundschaften brutal zerbrachen, muss die Wiederauferstehung der alten Kameradschaft mit Leo Jogiches ihnen beiden geholfen haben, zu überleben. Aber sie war heimlich und unausgesprochen - und hat für Historiker fast keine Spuren hinterlassen. Rührend war, dass Jogiches wertvolle Zeit damit verbrachte, dafür zu sorgen, dass sie mit der richtigen Nahrung für ihren zunehmend empfindlichen und nervösen Magen versorgt wurde. In den letzten Monaten ihres Lebens war er ständig an ihrer Seite, beratend, führend, aufmunternd. Dieser Mann, der die persönliche Führung sowohl der polnischen als auch der russischen Partei anstrebte, den seine Gegner für ehrgeizig bis zum Wahnsinn hielten, begnügte sich schließlich mit einer untergeordneten Rolle gegenüber der brillanten Frau, die praktisch seine Ehefrau gewesen war. Nach ihrem Tod konzentrierte er seine eigenen letzten Monate auf die Identifizierung und Bestrafung ihrer Mörder und darauf, dass ihre Ideen überleben sollten.“17

Rosa hatte sich bereits einen Namen in der internationalen Sozialdemokratie gemacht, als sie sich intensiv darum bemühte, in das Kernland des Sozialismus zu ziehen, wo es die größte Parteiorganisation und damit die breiteste und effektivste Plattform zur Bekanntmachung ihrer Ideen gab.

In Deutschland. Die ersten Kämpfe gegen den Revisionismus

Am 20. Mai 1898 zog Rosa Luxemburg nach Berlin, der preußischen Hauptstadt und dem politischen Zentrum der deutschen Sozialdemokratie. In kurzer Zeit kam sie in persönlichen und eifrigen Kontakt mit den prominentesten Führern, mit Clara Zetkin – mit der sie bis zu ihrem Tod eng befreundet war –, August Babel, Franz Mehring, Karl Kautsky und seiner Frau Luise. Nachdem er die Parteiführung darüber informiert hatte, dass er durch eine Scheinehe die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, bot er sich sofort an, kämpferische Aufgaben zu übernehmen, die im Hinblick auf seine öffentliche Projektion nicht gerade die auffälligsten waren. Sie schlug vor, im unmittelbaren Wahlkampf die Agitation unter den polnischen Arbeitern in Schlesien zu übernehmen und gleichzeitig Positionen gegen die PPS zu gewinnen. Als Rednerin und Agitatorin erzielte sie während ihres Aufenthalts in Schlesien schnell große Erfolge.

Sie wurde in einen weiteren Kampf verwickelt, der dieses Mal einen bleibenden Eindruck in der Geschichte des zeitgenössischen Sozialismus hinterlassen sollte. Die revisionistische Polemik begann als solche im Jahr 1898, als Eduard Bernstein, eine führende Figur des deutschen Sozialismus, Engels' Sekretär für einige Zeit, ein leutseliger und sympathischer Mann, eine Reihe von theoretischen Artikeln schrieb, in denen er eine Bestandsaufnahme der Geschichte der Gesellschaft und ihrer Entwicklung in den letzten Jahrzehnten machte. Das in der Neuen Zeit veröffentlichte Material Bernsteins plädierte dafür, die marxistische Konzeption der Revolution aufzugeben und sie durch eine friedliche Zusammenarbeit mit den Institutionen des Kapitalismus zu ersetzen, da dies der effektive und einzige Weg sei, den Sozialismus zu erreichen. Soziale Reformen waren der Weg. Bernsteins Postulate, die Kautsky als „äußerst attraktiv“ begrüßte, fanden ein breites Echo in den Reihen der Partei und der Gewerkschaften.

Bernsteins Ideen erhielten eine heftige Antwort von verschiedenen sozialdemokratischen Aktivisten, darunter Alexander Parvus und Rosa Luxemburg. Die polnische Revolutionärin schrieb ihre Gedanken zu diesem Thema in einer Reihe von Artikeln in der Leipziger Volkszeitung nieder, die später in Buchform unter dem Titel „Sozialreform oder Revolution“ veröffentlicht wurden.18 Inzwischen breitete sich die Polemik bis zum SPD-Kongress im Oktober 1898 aus.

Nettl beschreibt die Situation folgendermaßen:

„Auch Kautskys Position war zweideutig. Er begann daran zu zweifeln, ob die Bernsteinschen Formulierungen wirklich so harmlos waren, wie er ursprünglich dachte. Er distanzierte sich zwar entschieden von Parvus, machte aber deutlich, dass er Bernsteins Ansichten theoretisch nicht teilte, obwohl der Kongress Bernstein zumindest dankbar sein sollte, dass er die Gelegenheit für eine lebhafte Diskussion und viel fruchtbares Umdenken geboten hatte – eine Plattitüde, die Plechanow, der als brüderlicher Delegierter am Kongress teilnahm, in Rage brachte. Rosa Luxemburg sprach zweimal auf dem Kongress. Ihre Kritik richtete sich nicht an Bernstein, der in England abwesend war, sondern an Heine, einen der prominentesten Unterstützer Bernsteins in Deutschland.“19

Es war offensichtlich, dass sich die Parteiführung im Kampf gegen Bernstein nicht wohl fühlte. Sie wollte die Frage, die sie für eine eher banale „theoretische Abschweifung“ für den Konsum derer hielt, die sich für solche Kleinigkeiten interessierten, vorbeiziehen lassen, denn im Alltag wusste der Funktionärsapparat, wie schon seit geraumer Zeit, ganz genau, was zu tun und wie er sich zu verhalten hatte. Nicht umsonst hatte der Opportunismus sehr wichtige Positionen gewonnen.

Aber Rosa Luxemburg akzeptierte nicht, dass eine Frage von solcher Tragweite für die Zukunft der Sozialdemokratie auf diese Weise behandelt werden sollte, und schon gar nicht auf eine Weise, die Verwirrung und Missverständnisse hervorruft. In einem Brief an Bebel am 31. Oktober legte sie ihre Position dar, schlüssig und herausfordernd:

„Ich wundere mich ..., dass Sie und Genosse Kautsky die günstige Atmosphäre auf dem Parteitag nicht für eine entschlossene und sofortige Debatte genutzt haben, sondern Bernstein ermutigt haben, [ein weiteres] Pamphlet zu produzieren, das die ganze Diskussion nur in die Länge ziehen kann.“20

Im Laufe des folgenden Jahres bekleidete Rosa verschiedene verantwortliche Positionen in SPD-Zeitungen und schloss enge Freundschaft mit Kautsky und vor allem mit dessen Frau Luise.21 Der neue Parteitag kam vom 9. bis 14. Oktober 1899, und Bebel schlug Rosa vor, nach Hannover zu fahren, um einen „wohlüberlegten Wahlkampfplan“ zu diskutieren. Aber Rosa kannte den Zweck solcher Angebote: „Sobald alles geregelt ist, werden er und Kautsky schnell abkühlen und mich von der Tagesordnung nehmen. Ich kenne diese Freunde wie die Finger an meiner Hand.“22 Auf dem Kongress konzentrierte sich Rosa auf theoretische Fragen, im Vertrauen auf die formellen Erklärungen, die der Vorstand gegen Bernsteins Thesen abgegeben hatte. Bei dem Treffen gab es auch eine bemerkenswerte Tatsache: Rosa hatte für ihre Thesen gegen den Revisionismus die Unterstützung des alten Wilhelm Liebknecht, und diese Unterstützung katapultierte sie fast in die Redaktion des Zentralorgans der SPD, des Vorwärts. Aber Bebel, der viel schlauer war, schaffte es, die Aktion zu vereiteln.

Die Manöver hinter den Kulissen jener Jahre sind in Vergessenheit geraten und erscheinen nur noch in Fachbüchern. Aber das Gleiche geschah nicht mit dem großen Beitrag, den Rosa Luxemburg mit ihrer Schrift gegen den Revisionismus leistete. Bernsteins Materialien wurden unter dem Titel „Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie“ veröffentlicht. Wie wir festgestellt haben, erschien die Antwort von Rosa Luxemburg Ende 1899. Dieses Juwel der sozialistischen Literatur hinterließ eines ihrer hervorragendsten Werke und platzierte seine Autorin als eine der wichtigsten marxistischen Theoretikerinnen der Geschichte.

 

[1] Paul Frölich: „Rosa Luxemburg – Gedanke und Tat“.

[2] P. Nettl: „Rosa Luxemburg“, spanische Ausgabe der Ediciones Era, México, 1974, S. 60.

[3] Maria Seidemann: “Rosa Luxemburgo y Leo Jogiches”, Muchnik Editores, Barcelona 2002, S. 27. Leider liegt die deutsche Ausgabe nicht vor; das Zitat wurde deshalb von der Übersetzung aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzt (ebenso nachfolgende Zitate aus dem Band).

[4] P. Nettl: „Rosa Luxemburg“, spanische Ausgabe der Ediciones Era, México, 1974, S. 69. Das Zitat wurde von  der Übersetzung aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzt (ebenso nachfolgende Zitate aus dem Band).

[5] Ebd. S. 68.

[6] Seidemann, S. 51.

[7] Nettl, S. 73.

[8] Ebd. S. 82.

[9] Ebd. S. 78.

[10] Ebd. S. 86.

[11] Seidemann, S. 61.

[12] 1897 würde Rosa Luxemburg ihre Dissertation an der Universität Zürich zur Erlangung des Doktortitels in Rechtswissenschaften einreichen. Ihre Arbeit trug den Titel Die industrielle Entwicklung Polens. Dieser Text wurde zusammen mit ihren ersten Schriften zur nationalen Frage auf Spanisch im Verlag Pasado y Presente, Mexiko, 1979 veröffentlicht.

[13] Nettl, S. 91.

[14] Lenin, W. I. & Sinowjew, G.: „Gegen den Strom“, Aufsätze aus den Jahren 1914-1916. 1921, Verlag der Kommunistischen Internationale, S. 407.

[15] Die wichtigsten Texte von Lenin in seiner Polemik mit Rosa Luxemburg, die die Positionen der Bolschewiki in dieser Hinsicht festlegen, sind: 'Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage' (Oktober – Dezember 1913, LW Bd. 20), 'Über die „national-kulturelle“ Autonomie' (November 1913, LW Bd. 19), 'Über das Selbstbestimmungsrecht der Nationen' (Frühjahr 1914, LW Bd. 20), 'Die Ergebnisse der Diskussion über das Selbstbestimmungsrecht' (1916, LW Bd. 22) und 'Die sozialistische Revolution und das Selbstbestimmungsrecht der Nationen' (1916, ebd.). Was Rosa Luxemburg betrifft, so kann man ihre Positionen unter anderem in den Texten „Was wollen wir?“(Gesammelte Werke, Dietz-Verlag, Bd.2), „Nationalitätenfrage und Autonomie“ (hrsg. von Holger Politt) und in „Internationalismus und Klassenkampf – Die polnischen Schriften“ (hrsg. von Jürgen Hentze) nachlesen. Unsere Haltung zu den Auseinandersetzungen zwischen Lenin und Luxemburg findet sich hier: https://offensiv.net/index.php/theorie/marxismus/marxistische-streitigkeiten-lenin-und-rosa-luxemburg 

[16] Nettl, S. 36.

[17] Ebd. S. 39.

[18] Rosa Luxemburg: „Sozialreform oder Revolution?“ (1899)

[19] Ebd. S. 133.

[20] Ebd. S. 135.

[21] S. „Rosa Luxemburg – Briefe an Karl und Luise Kautsky 1896-1918“ (hrsg. von Luise Kautsky, Laub’sche Verlagsbuchhandlung, 1923)

[22] Nettl, S. 147.

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