Eine neue Studie in der Arktis hat gezeigt, dass das Meereis dort viel schneller schmilzt als gedacht. Im Schnitt steigt die Lufttemperatur der Arktis um 1,3 Grad im Jahrzehnt – so der aktuelle Forschungsstand. Das könnte den Klimawandel noch weiter befeuern, und insbesondere für die Bewohner von Küstenregionen eine Bedrohung darstellen. Jetzt schon hat der Klimawandel verheerende Auswirkungen auf die Natur und den Menschen, beispielsweise durch Naturkatastrophen, welche gerade Arbeitern und Armen auf der ganzen Welt ihr Leben oder ihr Hab und Gut kosten.

Medial wird das Themenfeld der Ökologie derzeit extrem in den Fokus gerückt. Dabei werden gerade Figuren wie Greta Thunberg bewusst inszeniert, um Ideen der „individuellen Verantwortung“ für die Zerstörung der Natur in den Fokus zu rücken. Erst kürzlich äußerte Thunberg in einem Videobeitrag bei BBC, sie wolle Menschen nicht erzählen, sie sollen kein Fleisch essen, was sie wolle sei ihnen zu erklären, „dass Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen können“.

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„Dabei werden gerade Figuren wie Greta Thunberg bewusst inszeniert, um Ideen der „individuellen Verantwortung“ für die Zerstörung der Natur in den Fokus zu rücken.“

Zeitgleich werden kapitalistische Maßnahmen sozialer Kürzungen und im Handelskrieg mit grünen Etiketten versehen: seien es Maßnahmen wie der European Green Deal, die CO2-Steuer oder Zölle für Produkte, die mit viel CO2-Ausstoß produziert wurden, und die den Klimawandel nicht bekämpfen werden. Ansätze wie der Green Deal der EU, einschließlich eines CO2-Zolls, der eigentlich nur der Beteiligung Europas am globalen Handelskrieg gegen China ein ökologisches Mäntelchen umhängt, CO2-Steuer oder Transformationsfonds, sind unsozial, packen das Problem nicht bei der Wurzel, sondern verschleiern die eigentlichen Ursachen für den Klimawandel.

Solche Propagandamaßnahmen werden bewusst genutzt, um von der Verantwortung der Reichen und Mächtigen für die ökologische Zerstörung abzulenken. Der mittlerweile gängige „ökologische Fußabdruck“ zum Beispiel wurde 2004 eingeführt – und zwar vom Ölmulti BP! Wer das Problem der Umweltzerstörung bekämpfen will, muss seine Ursache erkennen: Weltweit sind 100 Unternehmen für 70% der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Es kann keinen wirksamen Klimaschutz geben, ohne die Überwindung des Kapitalismus

Nicht etwa das individuelle Konsumverhalten Einzelner ist schuld am Klimawandel, sondern die kapitalistische Produktionsweise und die Logik der Gewinnmaximierung im Kapitalismus. Konzerne, Kapitalisten und ihre Regierungen sind der Grund, warum es Klimawandel in dieser Form überhaupt gibt. An vielen Ecken und Enden der kapitalistischen Produktion werden die Lebensbedingungen von Mensch, Tier und Natur völlig unnötig in Mitleidenschaft gezogen: Seien es internationale Pharmariesen, die Antibiotika in natürliche Gewässer schleusen und so multiresistente Keime erzeugen; eine völlig unnütze Ressourcenverschwendung in der Werbeindustrie oder eine irrationale und profitorientierte Organisation des gesamten Transportwesens.

Nur auf PR ausgerichtete Pilotprojekte einzelner Großkonzerne, Papierstrohhalme bei McDonalds und Greenwashing werden daran nichts ändern. Denn auch die ökologische Transformation im Kapitalismus folgt vor allem einem: der kapitalistischen Anarchie. E-Autos erweisen sich zunehmend als umweltschädlich und Gefahr für die Arbeiterinnen und Arbeitern in den Produktionsstätten der Batterien, Soja wird massenweise im Regenwald und allgemein in Monokulturen angebaut, die die Artenvielfalt zerstören. Der „Ausweg“ des Kapitalismus aus der Umweltzerstörung ist ein Irrweg.

Nur die kämpfende Arbeiterklasse kann das Klima und den Planeten retten!

Wir können uns nicht auf die herrschende Klasse verlassen, eine bessere Zukunft für Arbeiter, Arme und Jugend zu schaffen. Denn schon mehrmals hat sie bewiesen, dass Profit über dem Leben von Arbeitern und Armen steht. Zuletzt war das während der Corona-Krise deutlich zu sehen: Nicht-lebensnotwendige Betriebe wurden nicht unter Lohnfortzahlung geschlossen, um die Belegschaften zu schützen, sondern es musste unter katastrophalen Sicherheitsbedingungen weitergearbeitet werden, um die Gewinne der Konzerne zu sichern. Es hat sich deutlich gezeigt, wessen Interessen durchgesetzt wurden. Warum sollte das beim Klimawandel anders sein?

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„Wir brauchen die Enteignung von Großkonzernen, welche die Arbeiter ausbeuten um zusammen mit Beschäftigten, Armen und Jugend demokratisch zu entscheiden und zu kontrollieren, wie Ressourcen sinnvoll verteilt werden “

Der Kapitalismus versucht die Klimabewegung und „grüne Konzepte“ zu integrieren, einerseits, um von der eigenen Verantwortung und der Rolle im Klimawandel abzulenken, aber auch um jegliches revolutionäre Potential in der Bewegung, welches die soziale und Systemfrage stellt, im Keim zu ersticken.

Die Ideologie reformistischer Ansätze, welche nicht nur aber besonders auch durch die Grünen, vorangetrieben wird, spaltet die Arbeiterklasse und ist zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung, denn beispielsweise die CO2-Steuer wird direkt an den Verbraucher weitergegeben.

Schon jetzt trägt die CO2-Steuer zu einer Erhöhung des Spritpreises zu, der Menschen benachteiligt, welche sich zentrales Wohnen einfach nicht leisten können, und für ihren Transport zur Arbeit auf ein Auto angewiesen sind. Nun fordern CDU/CSU und Grüne eine Erhöhung des CO-Preises von 25 auf 60 Euro pro Tonne bis zum Jahr 2023. Eine Maßnahme, die nicht den Klimaschutz gewährleisten wird, sondern Menschen, welche nicht genug Geld haben, noch mehr in die Bredouille bringen wird. Stattdessen sollte lieber, ein gut ausgebauter und kostenloser Nahverkehr beschlossen werden. Die Führung der LINKEN hebt sich durch beispielsweise Bernd Riexingers Idee eines Green New Deals nicht fundamental von dieser Ideologie ab und schürt die Illusionen in die ökologische Reformierbarkeit des Kapitalismus.

Aber auch die Führung von Fridays for future hat keine Antwort für Arbeiter und Arme auf die ökologische Zerstörung. Figuren wie Luisa Neubauer und Greta Thunberg predigen insbesondere den Individualismus, und, wenn überhaupt, nur eine sehr oberflächliche Systemkritik.

Was wir stattdessen brauchen, ist ein Bruch mit dem kapitalistischen System, welches auf Ressourcen Verschwendung und Umweltverschmutzung setzt, nur um so viel Profit wie möglich zu machen und Umwelt und Menschen in Mitleidenschaft zieht. Wir brauchen die Enteignung von Großkonzernen, welche die Arbeiter ausbeuten um zusammen mit Beschäftigten, Armen und Jugend demokratisch zu entscheiden und zu kontrollieren, wie Ressourcen sinnvoll verteilt werden und was, wie und zu welchen Bedingungen produziert werden soll. Dann können auch Umweltmaßnahmen umgesetzt werden, welche Sinn machen, wie beispielsweise ein kostenloser und gut ausgebauter Nahverkehr. All der erarbeitete Reichtum, kann dann benutz werden, um allen Menschen ein gutes und lebenswertes Leben zu ermöglichen, anstatt ihn Eigentümern und Großaktionären in den Rachen zu schmeißen.

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